Die Graugans
Graugänse leben an Seen, Teichen und anderen Feuchtgebieten die von Schilf, Binsen und Riedgras reichlich geschützte Uferzonen aufweisen. Außerdem brauchen sie niedrigwüchsige Grünflächen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Klee, jungen Trieben und verschiedenen Kräutern, aber auch von Wasserpflanzen. In Riddagshausen kann man Graugänse das ganze Jahr über beobachten, allerdings findet man sie im Winter auf den Feldern. Früher flogen sie, wie für Graugänse üblich, im Winter in südlichere Regionen. Aber die steigende Bewirtschaftung der Felder lässt die Gänse auch genügend Futter (Samen) auf beispielsweise abgeernteten Feldern finden. Solche Felder werden von Graugänsen allerdings auch im Sommer besetzt. So wurde bei uns aus einem Zugvogel ein Standvogel, welcher sehr gesellig und in Schwärmen lebt.
Gänse haben an den Schnabelseiten zahnartige Hornbildungen und an der Schnabelspitze den Schnabelnagel, die ihnen zum Reißen und Beißen dienen.
Der Ganter (männliche Gans) ist etwas größer als das Weibchen. Geschlechtsreif sind sie im Alter von 2 Jahren, suchen sich aber meist schon früher einen Partner. Wenn sich ein Grauganspaar gefunden hat, bleibt es sich meist treu (Dauerehe) bis einer der beiden stirbt. Es gibt auch Männchen die eine lebenslange Bindung eingehen, manche nehmen auch ein Weibchen auf. Eine Bindung zwischen zwei Gänseweibchen ist bisher wohl noch nicht bekannt.
Je nach Wetterverhältnissen ziehen sich die Grauganspaare ab Ende März an einen ruhigen und geschützten Platz zurück. Sie beginnen Nester auf dem Boden zu bauen und mit Dauen und Gräsern auszupolstern. Dort legt das Weibchen 4-8 Eier (ca. alle 24 Stunden eins) und brütet etwa 28 Tage. Währenddessen bleibt das Männchen in der näheren Umgebung um das Gelege bei Gefahr zu verteidigen. Die Gänseküken (Gössel genannt) gehören zu den Nestflüchtern, die schon einen Tag nach dem Schlüpfen das Nest verlassen. Mit ihren Eltern gehen sie nun ins Wasser. Doch sie kommen anfangs auch immernoch mit der Mutter zurück ins Nest um dort zu ruhen und von der Mutter gewärmt zu werden. Sie werden nicht gefüttert, sie fressen von anfang an allein. Das erste Foto zeigt ein junges Küken von einer Familie mit insgesamt 6 Küken. Ich habe es am 4.Mai in einer Parkanlage fotografiert. Die weiteren Aufnahmen zeigen eine andere Gänsefamilie mit 4 Küken die ich am 5.Mai getroffen habe.
Das untere mittlere Foto zeigt eine typische Graugansfamilie: Mutter, Vater und die Kinder sind auf dem Wasser stets gemeinsam zu sehen. Auf dem letzten Bild kann man sehen, wie die Familie an Land ging. Erst kam ein Elternteil heraus, sah sich kurz um ob die Umgebung sicher schien, dann kamen die Küken und zum Schluss der zweite Elternteil. Es ist schon erstaunlich welch starkes Zusammenhörigkeitsgefühl diese Tiere aufweisen. Einige Tage später sind die Kleinen schon etwas gewachsen.
Am 28 Mai konnte ich sehen wie ihre Flügel gewachsen sind und ihre Schnäbel langsam die Farbe der ausgewachsenen Gänse annehmen. Zwischendurch machen die Küken ein kleines Nickerchen. Die Eltern sind stets sehr wachsam. Kommt man den Gösseln zu nah zischen oder fauchen die Eltern gefährlich.
Und wenn ein Gössel dann einmal seine Eltern nicht mehr findet, wie dieses unten abgebildete, läuft es ganz aufgeregt, suchend und laut rufend durch die Gegend. So hat es die größten Chancen, dass seine Eltern es hören und zu ihm kommen. Graugänse erkennen sich untereinander an ihren Stimmen.
Das nächste Foto zeigt Gänsefamilien die sich allabendlich im Mai auf einer Wiese in Riddagshausen versammelten um dort zu äsen und anschließend auch zur gleichen Zeit verließen. Ich habe in den letzten Jahren Graugansfamilien mit einem bis zu sieben Küken gesehen.
Im Alter von ungefähr 10 Wochen haben die Jungvögel das Fliegen erlernt. Ungefähr ein Jahr bleibt die Familie zusammen.
Wenn Graugänse gemeinsam auf dem Land fressen ist zu beobachten, dass es Wächter unter ihnen gibt, die auf Gefahren achten.
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