Raupen
In Deutschland gibt es über 3500 Arten Schmetterlinge und somit dementsprechend viele Raupen.
Was sind Raupen?
Raupen sind die Larven der Schmetterlinge und bestehen wie sie auch aus Kopf, Brust und Hinterleib. Zudem lässt sich eine Raupe in insgesamt 14 Segmente einteilen. Am Kopf sitzen die Augen, die Kiefer zum Fressen und auf der Unterlippe die Öffnung der Spinndrüsen. Wenn diese geöffnet werden tritt eine Flüssigkeit aus, die an der Luft erstarrt und auf diese Weise Seide ergibt. Sie können damit Fäden bilden und sich auf diese Weise von Bäumen herabseilen, das tun manche Arten um sich im Erdboden zu verpuppen. Es gibt auch Raupen die sich in Blätter einrollen und sich auch von Bäumen abseilen und wir wundern uns dann wie ein Blatt frei in der Luft schweben kann. Bei den meisten Arten (Ausnahme z.B. Spannerraupen) sitzen hinter dem Kopf drei eher spitze und krallenartige Beinpaare. Das 6.-9. Segment besitzt jeweils ein eher breiteres und stummeliges Beinpaar. Am Ende des Körpers sitzt dann noch ein Nachschieberbeinpaar.
Verpuppung
Alle Raupen verpuppen sich! Wenn es für eine Raupe an der Zeit ist sich zu verpuppen, sucht sie sich dafür einen geeigneten Platz. Abhängig von der Art geschieht die Verpuppung am Erdboden oder an Pflanzen. Dort häutet sie sich das letzte mal und das Puppenstadium beginnt. Es gibt Stürzpuppen, Gürtelpuppen und Mumienpuppen. In den meist relativ unbeweglichen Puppen findet nun die innere und äußere Verwandlung von einer Raupe zum Schmetterling statt. Diese Phase dauert oft 2-4 Wochen. Aber es kommt auch vor, dass die Puppen überwintern, bevor die Schmetterlinge schlüpfen.
Was fressen Raupen?
Fast alle Raupen ernähren sich pflanzlich, wobei jede Art auf bestimmte Futterpflanzen festgelegt ist. Während beispielsweise Tagpfauenaugen, Admirale und C-Falter von nur einer bestimmten Pflanzenart abhängig sind ( in diesem Fall von Brennessel), ernähren sich Raupen der Ampfer-Rindeneule von über 9 verschiedenen Pflanzen (Salweide, Löwenzahn, Flockenblume,...).
Können Raupen gefährlich für den Menschen sein?
Behaarte oder stachelige Raupen können unter Umständen Hautreizungen verursachen, wie beispielsweise die Brennhaare der Raupen des Eichen-prozessionsspinners.
Wie finde ich Raupen?
Einige Raupen entdecke ich immer wieder tagsüber zu warmer Jahreszeit auf Straßen und Radwegen zwischen Wäldern und Wiesen. Es ist dabei schon erstaunlich was für Strecken diese kleinen Tiere mitunter zurücklegen. Andere Raupen finde ich indem ich mir frische Fraßspuren an Blättern verschiedener Pflanzen genauer betrachte. Außerdem kenne ich Plätze mit jungen Weidenpflanzen, wo ich manche Raupenarten über einen längeren Zeitraum beobachten kann. Ein paar mal habe ich auch schon gezielt nach Raupen gesucht, wie beispielsweise die Raupen von Blutbär und Aurorafalter. Ich hatte mich zuvor nach den Futterpflanzen, Lebensräumen und Raupenzeiten erkundigt und schließlich habe ich stets Erfolg gehabt. Und manche Raupe habe ich zufällig bei einem Päuschen auf einer Wiese oder am Wegesrand entdeckt.
Wenn man vom Frühjahr bis Herbst mit behutsamen Schritt und wachsamen Augen durch die Natur streift hat man gute Chancen Raupen zu entdecken. Meine Erfahrung lehrte mich: Wer Insekten beobachten möchte, entwickelt mit der Zeit ein Auge für all die wundersamen Kleinigkeiten und man lernt auch wo man genauer hinschauen könnte.
Bestimmung von Raupen
Um zu wachsen häutet sich eine Raupe mehrere Male. In dieser Zeit (vom Schlupf zur Verpuppung) kann sie je nach Art von wenigen mm bis zu mehreren cm heranwachsen und dabei ihr Aussehen beachtlich verändern.
Parasiten und Raupen
Öfters kommt es vor das eine Raupe parasitoid ist, das heißt das in ihr ein Parasit lebt und in ihr heranwächst. Zu den häufigsten Parasiten bei Raupen gehören die Schlupfwesepen. Die Weibchen dieser Gattung legen mit ihrem Legebohrer Eier in die Raupe hinein. Aus dem Ei schlüpft die Larve/n und frisst sich durch die Raupe, die langsam dahinsiecht.
Raupenfliegenweibchen legen ihre Eier an die Raupe. Wenn die Larve dann aus dem Ei geschlüpft ist bohrt sie sich in die Raupe. Beim fressen verschonen die Larven allerdings erstmal die wichtigsten Raupenorgane, damit die Raupe weiterlebt und den Parasiten ernähren kann. Wenn die Larven ihre Fresstadien abgeschlossen haben, bohren sie sich aus der Raupe heraus und verpuppen sich neben der Raupe. Manche Parasiten bleiben aber auch bis zur Verpuppung in den Raupen.
Weitere spezielle Informationen zu den verschiedenen Raupenarten gibt es unter Raupen, Larven, Eier und Puppen.
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