Zu den Heuschrecken gehören die Lang-und Kurzfühlerschrecken. Sie verfügen über auffällige Springbeine (die Hinterbeine) mit denen sie in der Lage sind zu springen aber auch zu krabbeln. Beim Einsatz der Flügel (je nach Länge der Flügel) beim Springen kommen sie noch weiter. Man spricht hierbei auch von Springflügen. Langfühlerschrecken bewegen sich eher langsam. Heuschrecken können relativ gut hören, es ist unterschiedlich wo die jeweiligen Hörorgane sitzen. Beispielsweise an den Knien der Vorderbeine oder am Bauch.
Um Nahrung zu sich zu nehmen haben sie kräftige Mundwerkzeuge zum beißen und kauen. Die einheimischen Kurzfühlerschrecken ernähren sich vegetarisch, die meisten Langfühlerschrecken hingegen zählen zu den Allesfressern. Darunter fallen pflanzliche Substanzen, Insekten, Larven und Raupen.
Durch die Wölbung ihrer Facettenaugen und die darin liegenden zahlreichen Einzelaugen ist ihr Blickfeld sehr groß und sie können Bewegungen sehr schnell wahrnehmen. Das macht es nicht immer leicht sie zu beobachten. Denn mitunter können sie sehr schnell flüchten. Aus gewisser Entfernung oder wenn man sich wirklich leise und langsam heranschleicht bemerken sie einen nicht so leicht. Ihre Fühler dienen als Tastwerkzeuge.
Heuschrecken sind je nach in der Lage unterschiedlichste Gesänge zu erzeugen (schwirrend, zirpend, kurze, lange, laute, leise...). Dies geschieht beispielsweise durch das Aneinanderreiben von Flügeln oder Beinen und Flügeln oder Trommeln der Hinterbeine auf Blätter. Männchen tun das um Weibchen anzulocken und gegebenfalls einzustimmen. Die jeweiligen Weibchen reagieren nur auf das Bezirpen der eigenen Art. Und je nach Heuschreckenart sind auch die Weibchen zu Lautäußerungen im Stande und zeigen damit dem Männchen das es näher kommen darf und interessiert ist.
Die Entwicklung von Heuschrecken durchläuft mehrere Larvenstadien ohne eine Verpuppung. Die Larven sehen dem ausgewachsenen Insekt schon ähnlich und gewinnen durch Häutungen noch an Größe. Die Flügel sind in der ersten Stadien noch nicht sichtbar und die Geschlechtsteile werden entwickelt. Somit zählen die Heuschrecken zu Insekten mit unvollständiger Metamorphose.
Die meisten erwachsenen Heuschreckenarten sterben wenn es kälter wird. Allerdings haben diese dann im Sommer Eier gelegt die überwintern und deren Larven im Frühling schlüpfen. Ich habe einige in den ersten Maitagen auf Blüten und Blättern entdeckt. Die sind wirklich ziehmlich klein und niedlich.
Hilfe zur Bestimmung
Als Anfänger in der Bestimmung von Heuschrecken achte ich als erstes auf die Länge der Fühler. Sind die Fühler im Verhältnis zum Körper des Tieres sehr lang handelt es sich um Langfühlerschrecken. Einige dieser Arten haben oft auch sehr lange, dünne Beine und wirken dadurch in ihrer Gestalt noch größer. Bsp: Grünes Heupferd, Zwitscher-Heupferd. Grundsätzlich ist bei der Bestimmung das Datum (handelt es sich um ein erwachsenes Tier?) und der Fundort für die Bestimmung nicht unwichtig. Außerdem spielen Färbung, Größe und Zeichnung des Halsschildes eine Rolle. Männliche und weibliche Tiere unterscheiden sich auch nochmal mehr oder weniger von einander. Weibchen der Langfühlerschrecken sind an der markanten langen Legeröhre am Hinterleib zu erkennen. Männchen haben zangenförmige Anhänge.
Es gibt aber auch Langfühlerheuschrecken mit kürzeren Beinen. Bsp.: Roesels Beißschrecke.
Bei mir unbekannten Tieren achte ich auf die Länge der Flügel und der Flüge im Verhältnis zum Hinterleib.
Die Bestimmung von Kurzflühlerschrecken fällt mir viiiel schwerer. In Mitteleuropa kommen mehr als doppelt so viele Kurzfühlerschrecken denn Langfühlerschrecken vor.
Die einheimischen Arten (z.B.Grashüpfer) sind an den kurzen Fühlern zu erkennen. Logisch! Ansonsten kann ich leider noch keine weiteren Tips geben.